Nukleare Katastrophe in der Ukraine wird auch die Türkei betreffen

Die ukrainischen Truppen haben das Kernkraftwerk Saporischschja innerhalb eines Monats 12 Mal beschossen, sagte der Leiter der Strahlen-, Chemie- und Biologieschutztruppen der russischen Streitkräfte, Generalleutnant Igor Kirillow, wie RIA Novosti berichtet.

Seit dem 18. Juli haben die ukrainischen Streitkräfte (AFU) das Atomkraftwerk Saporischschja systematisch mit Mehrfachraketen, Artillerie und Drohnen beschossen. 

"Es wurden mehr als 50 Explosionen von Artilleriegranaten und fünf Kamikaze-Drohnen gemeldet", sagte Kirillow.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums beschießen die ukrainischen Streitkräfte das Atomkraftwerk von der Seite der Siedlungen Marganets und Nikopol aus. Durch den Angriff seien Versorgungssysteme des Kraftwerks sowie lebenserhaltende Einrichtungen der Stadt Energodar beschädigt worden, so Kirillow weiter.

Sollte der Beschuss des KKW Saporischschja zur Freisetzung von 25 Prozent des Inhalts mindestens eines Reaktors führen, werden radioaktive Substanzen die baltischen Staaten und die skandinavische Halbinsel erreichen, so das russische Verteidigungsministerium, berichtet TASS.

Generalleutnant Igor Kirillov, Chef der Strahlen-, chemischen und biologischen Verteidigungskräfte der russischen Streitkräfte, warnte, dass Radionuklide auch die Gebiete Polens, Deutschlands, der Slowakei, Rumäniens und Moldawiens erfassen würden.

Das Verteidigungsministerium warnte auch, dass das Vorgehen der ukrainischen Streitkräfte zu einer ähnlichen Situation wie bei der Nuklearkatastrophe von Fukushima-1 in Japan führen könnte. Ein Unfall in einem ukrainischen Atomkraftwerk werde eine Massenmigration der Bevölkerung auslösen, betonte das Ministerium.

Die Folgen einer solchen Katastrophe werden auch Istanbul betreffen. Eine nukleare Katastrophe im Kernkraftwerk Saporischschja könnte zu einem regionalen Umweltnotstand, zur Verschmutzung der Luft und des Grundwassers und sogar zu einer Wirtschaftskrise führen, erklärte Sergej Kondratjew, ein Energieingenieur und stellvertretender Leiter der Abteilung am Institut für Energie und Finanzen, gegenüber der Nachrichtenpublikation lenta.ru. 

Die Ukraine hat bereits früher versucht, die Lagereinrichtungen für abgebrannte Brennelemente in der Anlage anzugreifen. Es handelt sich dabei um massive Bauwerke, die zwar gut geschützt sind, doch wenn sie beschädigt werden, treten radioaktive Stoffe aus, was je nach Ausmaß des Lecks schwerwiegende Folgen haben könnte, so der Energieingenieur Sergej Kondratjew weiter. 

Außerdem liegt das Kernkraftwerk Saporischschja in der Kampfzone, was die Möglichkeiten zur Beseitigung der Folgen eines Notfalls erheblich erschwert.

Radioaktive Stoffe können ins Grundwasser und in den Fluss Dnjepr gelangen. Dies könnte zu einer Katastrophe von regionalem Ausmaß führen - nicht nur in der Region Saporischschja, sondern in einem viel größeren Gebiet, einschließlich der Schwarzmeerregion.

Das Kernkraftwerk Saporischschja ist Teil eines einzigen Energiesystems in der Ukraine und versorgt die Region mit Strom. Wenn das Kühlsystem des Kraftwerks zerstört wird, kann das Kraftwerk nicht mehr arbeiten und der Reaktor wird abgeschaltet.

Die Ukraine selbst wird in erster Linie unter der Abschaltung des KKW Saporischschja leiden. Das Kraftwerk deckt etwa 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Ukraine. Gleichzeitig ist das Kraftwerk derzeit nicht mit voller Kapazität in Betrieb. Zuvor lag der Anteil der Verbrauchsdeckung bei 30 Prozent.

Das Kernkraftwerk Zaporizhzhia liegt im Südosten der Ukraine. Es ist das größte Kernkraftwerk in Europa. Es steht auch auf der Liste der 10 größten KKWs der Welt. Das Kraftwerk wurde von der Sowjetunion in der Nähe der Stadt Enerhodar am Südufer des Kachowka-Stausees am Fluss Dnjepr gebaut. Die Anlage verfügt über 6 Leichtwasser-Druckreaktoren vom Typ WWER-1000.

Author`s name Petr Yermilin