Russland zieht sich von der ISS zurück, um an ROSS teilzunehmen

Russland hat beschlossen, sich nach 2024 aus dem Projekt der Internationalen Raumstation zurückzuziehen, sagte Juri Borissow, der Chef des staatlichen Unternehmens Roscosmos, bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Hauptpriorität von Roscosmos besteht nun darin, die russische Wirtschaft mit den erforderlichen Weltraumdiensten zu versorgen, wie Navigation, Kommunikation, Datenübertragung, meteorologische und geodätische Informationen usw.

Was die bemannte Raumfahrt betrifft, so wird sich Roscosmos mit dem Aufbau der Russian Orbital Service Station (ROSS) befassen. Dieses Projekt soll für Russland die ISS ersetzen.

Anfang Juli sagte der Leiter des Roskosmos-Pressedienstes, Dmitri Strugowez, dass die ISS ohne Russland nicht länger als fünf Jahre bestehen würde.

Der Kosmonaut Andrei Borisenko ist der Ansicht, dass die Entscheidung Russlands, aus dem ISS-Projekt auszusteigen, keine kritischen Folgen haben wird. Die russischen Kosmonauten werden im Rahmen eines anderen nationalen Programms weiterarbeiten.

"Russische Kosmonauten werden nicht mehr zur ISS gebracht werden. Sie werden im Rahmen eines anderen Programms arbeiten", sagte Borisenko gegenüber lenta.ru. "Es geht um die Schaffung einer eigenen nationalen Orbitalstation. Ich denke, dass jede Entscheidung dieser Art auf der Grundlage aller Aspekte des Lebens um uns herum getroffen wurde. Die Entscheidung wurde getroffen, und man sollte davon ausgehen, dass es dafür eine solide Grundlage gibt", sagte er.

Erst vor sechs Monaten versicherte der ehemalige Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin, dass es zu früh sei, die ISS abzuschreiben.

Russland arbeitet seit Mitte der 2000er Jahre an der Entwicklung der nationalen Raumstation. Es wird vermutet, dass die neue Station den Namen ROSS tragen wird. Sie wird nicht nur die ISS ersetzen, sondern auch als Basis für das russische Mondprogramm dienen.

Auch die Vereinigten Staaten haben Flüge zum Mond ins Auge gefasst. Astronauten aus Europa, Japan, Großbritannien und anderen Ländern sollen am Artemis-Programm teilnehmen. Offenbar wird Russland in dieser Richtung allein arbeiten, meint Andrej Ionin, korrespondierendes Mitglied der Russischen Ziolkowski-Akademie für Kosmonautik.

"Jedes internationale Projekt bedeutet einen engen Zeitplan. Bei einem nationalen Projekt verschiebt sich der Zeitplan nach rechts. Damit wird transportiert, dass die Station einen Namen trägt, der eine internationale Zusammenarbeit ausschließt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn das Projekt zunächst als internationales Projekt etabliert würde. Es ist die Aufgabe des Präsidenten, eine solche Ankündigung zu machen. Man möge mir verzeihen, aber das ist kein Vorrecht des Chefs von Roskosmos oder des Vizepremiers", sagte Andrej Ionin laut "Kommersant".

Berichte über technische Probleme an Bord der Internationalen Raumstation haben sich in letzter Zeit gehäuft. Außerdem wurde die Lebensdauer der Station wiederholt verlängert. Ausländische Staaten haben das ISS-Projekt noch nicht aufgegeben. So plant die NASA, ihre Abteile an private Unternehmen zu vermieten.

Im Großen und Ganzen wird die ISS weiter in Betrieb bleiben. Risse und Löcher in den ISS-Modulen werden lediglich als Ausrede benutzt. Experten gehen davon aus, dass die Entscheidung Russlands, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, dem Wunsch entspringt, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten im Weltraum loszuwerden.

Author`s name: Petr Yermilin