País: Brüssel fürchtet Putins trojanisches Pferd

Brüssel befürchtet, dass Italien nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Mario Draghi zu Russlands "trojanischem Pferd" in Europa werden könnte, schreibt der Kolumnist Bernardo de Miguel in einem Artikel für die spanische Zeitung El País.

Die Publikation zitiert diplomatische Quellen, wonach das Land in letzter Zeit zu einem Magneten für "neutrale Theorien" geworden ist, die Zweifel an der Position der EU im Ukraine-Konflikt wecken.

"Die Befürchtung in der EU-Hauptstadt ist, dass Italien im besten Fall ein schwaches Glied in der Gesamtstrategie der Konfrontation mit Moskau und im schlimmsten Fall ein trojanisches Pferd im Dienste des russischen Präsidenten Wladimir Putin werden könnte", schrieb de Miguel.

Die Autoren der Publikation erklärten, Brüssel sei besorgt über die Position Italiens, da Rom in hohem Maße von russischen Kohlenwasserstofflieferungen abhängig sei.

"Die Argumente, die von einigen italienischen Medien verbreitet werden, nähren die Theorie, dass die europäischen Sanktionen gegen den Kreml nur der EU-Wirtschaft schaden, aber keine Auswirkungen auf die russische Militärmacht haben", heißt es in der Publikation.

De Miguel glaubt, dass Brüssel mit dem Rücktritt von Draghi ohne Unterstützung und Kiew ohne einen wertvollen Verbündeten dasteht.

Letzte Woche bestätigte der italienische Ministerpräsident seine Entscheidung, zurückzutreten. Draghi hatte sich dafür ausgesprochen, die Ukraine auf jede Weise zu unterstützen, auch durch die Lieferung von Waffen.

Author`s name Petr Yermilin