WHO beruft Notfall-Expertentagung wegen Affenpocken-Ausbruch ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird eine Dringlichkeitssitzung mit führenden Experten abhalten, um über den Ausbruch der Affenpocken zu beraten. Dies berichtete die britische Zeitung "The Daily Telegraph" am Freitag.

Demnach sollen bei dem Treffen vor allem Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung einer neuen Krankheit erörtert werden. Michael Ryan, Direktor des WHO-Notfallprogramms, wird als Teilnehmer erwartet. In der Veröffentlichung heißt es, dass die Experten die Frage aufwerfen könnten, ob der Einsatz von Pockenimpfstoffen im Kampf gegen die Ausbreitung eines neuen Ausbruchs sinnvoll ist.

Die WHO weist darauf hin, dass die Affenpocken eine seltene Viruserkrankung sind, die vor allem in abgelegenen Gebieten in Zentral- und Westafrika in der Nähe tropischer Regenwälder auftritt. Der Organisation zufolge wird das Virus von Wildtieren wie Nagetieren und Primaten auf den Menschen übertragen, und seine sekundäre Verbreitung durch die Übertragung von Mensch zu Mensch ist begrenzt. In der Regel liegt die Sterblichkeitsrate bei Ausbrüchen von Affenpocken zwischen 1 und 10 %, wobei die meisten Todesfälle in jüngeren Altersgruppen auftreten.

Fälle von Affenpocken wurden bisher von den Behörden in Australien, Kanada, den Vereinigten Staaten und einer Reihe europäischer Länder, darunter auch dem Vereinigten Königreich, gemeldet. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde handelt es sich bei den Fällen vor allem um schwule Männer. Es gibt keine spezifische Behandlung oder einen Impfstoff für Affenpocken, aber eine vorherige Impfung gegen Pocken bietet eine hochwirksame Vorbeugung gegen diese Krankheit.

Author`s name: Petr Yermilin