Ein typischer Geruch nach "altem Haus", Staub oder Muffigkeit rührt oft nicht von aktuellen Verschmutzungen her, sondern von der Materialstruktur der Inneneinrichtung. Poröse Oberflächen wie Holz, Textilien und Papiertapeten fungieren über die Jahre als Speicher für organische und chemische Verbindungen, die tief in das Material eindringen.
Naturbodenbeläge aus Holz nehmen Feuchtigkeit, Fettpartikel und Tabakrauch bis in eine Tiefe von mehreren Millimetern auf. Da eine normale feuchte Reinigung nur die Oberfläche erreicht, bleiben die Geruchsquellen in der Struktur des Holzes erhalten. Eine dauerhafte Lösung erfordert hier das Abschleifen der oberen Schicht oder eine vollständige Versiegelung durch neue Farbe.
Papiertapeten wirken ähnlich wie Filter und absorbieren insbesondere Küchendämpfe über lange Zeiträume. Im Gegensatz zu Vinyl- oder Vliestapeten speichern sie Gerüche dauerhaft. Auch Polstermöbel sind problematisch: Die Polsterfüllungen von Sofas und Sesseln sammeln organische Ausdünstungen an, die nur durch eine tiefe Extraktionsreinigung oder den Austausch des Bezugs entfernt werden können.
"Ein hartnäckiger Geruch nach Alter in einer Wohnung hängt oft mit einem gestörten Luftaustausch und Fettablagerungen in Dunstabzugshauben zusammen. Das abgestandene Fett ranzig wird und verteilt den Geruch in der gesamten Fläche. Wenn ein Generalputz nicht hilft, sollten die Zustand der Lüftungskanäle geprüft und die Filter in den Haushaltsgeräten ersetzt werden."
Ilya Kondratyev, Spezialist für die Bewirtschaftung von Wohnräumen
Die Basis für ein frisches Raumklima ist regelmäßiges Lüften. Ein kurzes Öffnen der Fenster am Morgen und Abend tauscht das Luftvolumen aus, ohne die Räume stark auszukühlen. Bei der feuchten Reinigung kann die Zugabe einer schwachen Essiglösung oder Zitrusöl zur Unterstützung beitragen, die Geruchsmoleküle aufzubrechen.
Textilien wie Vorhänge, Decken und Zierkissen sollten mindestens einmal pro Quartal gewaschen werden. Hierbei ist auf die korrekte Trocknung zu achten, da feuchte Wäsche in der Wohnung Schimmelbildung und den entsprechenden modrigen Geruch fördern kann. In der Heizperiode helfen Luftbefeuchter oder Wasserbehälter auf den Heizkörpern gegen die durch trockene Luft entstehende Schwere der Raumluft.
Bei Haustieren helfen gezielte Maßnahmen: Die regelmäßige Reinigung der Katzenbox mit Seifenlösung verhindert, dass sich Gerüche in die Kunststoffwände einbrennen. Textilien von Haustierbetten sollten alle zwei Wochen gewaschen und der Flor mit einem Dampfreiniger behandelt werden. Staubsauger mit HEPA-Filter entfernen zudem effektiv Unterwolle und Hautschuppen aus Teppichen.
Anstelle synthetischer Sprays bieten sich natürliche Alternativen an. Säckchen mit getrocknetem Lavendel, Minze oder Ringelblumenblüten in Schränken halten die Wäsche frisch. Zimmerpflanzen wie Grünlilien (Chlorophytum) oder Ficus können zudem schädliche Verunreinigungen aus der Luft absorbieren.
Das liegt daran, dass poröse Materialien wie Tapeten, Textilien, Polsterfüllungen und altes Holz die Gerüche in ihrer Struktur speichern. Eine oberflächliche Reinigung entfernt zwar den Staub, deodoriert jedoch nicht die Tiefe des Materials.
Pflanzen wie die Grünlilie wirken als biologische Filter und absorbieren einen Teil der Toxine. Sie stellen jedoch keinen Ersatz für eine funktionierende Belüftung oder ein Lüftungssystem dar.
Quelle: Dieser Artikel wurde auf Grundlage einer russischsprachigen Originalveröffentlichung von Pravda. Ru erstellt.